Bedarfs-berechnung ist fehlerhaft
Der prognostizierte Bevölkerungszuwachs ist viel zu hoch angesetzt. Das Statistische Landesamt hat
für Freiberg für das Jahr 2020 15.976 Einwohner ermittelt und geht von einem Zuwachs von 15.635
EW im Jahr 2026 auf 15.909 EW im Jahr 2035 aus. Der Unterschied der Einwohnerzahl zwischen 2020
und 2026 ist auf einen Fehler beim Zensus zurückzuführen. Das Statistische Landesamt geht von
einem Zuwachs von 2026 bis 2035 von 274 EW aus.
In der Prognose im Gutachten wird angenommen, dass es einen Zuwachs von 1.909 EW zwischen
2020 und 2035 gibt. Dieser Ansatz ist viel zu hoch, es gibt keine Begründung im Gutachten, wo die
Zahlen herkommen.
Wenn man für den Zeitpunkt von 2025-2040 die Berechnung mit den Zahlen vom Statistischen
Landesamt durchführt kommt man auf ein Zuwachs EZ2 von 585 EW, EZ1 von 700 EW, zusammen
also auf 1.285 EW.
In dem Entwurf der Begründung wird angegeben, dass nach Abzug von Wohnbauflächenpotentialen
und Baulücken ein zusätzlicher Bedarf von ca. von 12,6 ha Wohnbaufläche bestehe. Der tatsächliche
Bedarf ist deutlich geringer.
Außerdem wurden nicht alle Baulücken und Bauprojekte berücksichtigt. In der Neuen Mitte sind 125
Wohnungen geplant, in der Bietigheimer Straße sind 30, in der
Kugelbergstraße 26 Seniorenwohnungen geplant. Durch den Abriss der Lugaufhalle entsteht ein 6000 m²
großes Baugebiet, das Grundstück der Flattichschule wird ebenfalls frei, beim Afrikahaus sollen 5
Einfamilienhäuser gebaut werden.
Diese Flächen sind alle bei der Bedarfsberechnung nicht berücksichtigt. Wenn man sie einrechnet
besteht kein Bedarf, den Flächennutzungsplan zu ändern und ein weiteres Baugebiet auszuweisen.
Stark-regen
Auch wenn die Dächer der neuen Gebäude begrünt werden sollen, bedeutet das Neubaugebiet mehr
Flächenversiegelung. Wagner- und Christmannstraße müssen ausgebaut werden. Hofflächen und
Zufahrten werden versiegelt, auch über die Balkonflächen wird Regenwasser abgeleitet. Die neuen
Straßen haben ein starkes Gefälle. Die neue Brucknerstraße hat ein Gefälle von über 8%.
Durch die Neigung ist das Gelände jetzt schon anfällig bei Starkregenereignissen. So wurde im Mai
2009 die Wagner-, Bruckner- und Vogelsangstraße überschwemmt, in der Brucknerstraße wurden
auch Keller überflutet.
